Der Begriff Granat leitet sich vom lateinischen „granum" für „Korn" oder „Kern" ab, eine Anspielung auf die oft rundlichen, körnigen Rohkristalle, in welchen dieser Edelstein gefunden wird. Bereits in der Antike erfreuten sich Granate großer Beliebtheit als Schmucksteine und wurden in historischen Quellen vieler Kulturen unter dem Namen „Karfunkel" beschrieben.
Entgegen der verbreiteten Vorstellung, Granate seien ausschließlich dunkelrot oder violettrot, wie etwa der häufig vorkommende Almandin, umfasst die Granatgruppe eine erstaunliche Farbvielfalt: Gelb, Orange, Grün, Rosa, Braun, Schwarz und sogar Blau. Diese beeindruckende Bandbreite ist auf Unterschiede in der chemischen Zusammensetzung zurückzuführen, wobei alle Granate eine vergleichbare Kristallstruktur aufweisen, sich jedoch in spezifischen Eigenschaften wie Brechungsindex, Dichte und Härte unterscheiden.
Die Mineralgruppe der Granate wird daher in verschiedene Varietäten unterteilt, darunter Almandin, Pyrop, Spessartin, Grossular, Andradit und Uwarovit. Je nach Typ variiert die Mohshärte zwischen etwa 6,5 und 7,5, was Granat für zahlreiche Schmuckanwendungen geeignet macht.
Granate kommen häufig unbehandelt in den Handel. Im Gegensatz zu vielen anderen Edelsteinen werden sie weder erhitzt noch bestrahlt oder geölt. Ein natürlicher Zustand, der bei Sammlern wie Juwelieren gleichermaßen geschätzt wird.
Die beliebtesten Varietäten reichen vom klassisch tiefroten Pyrop oder Almandin über den mandarinfarbenen Spessartin bis hin zum intensiv grünen von Demantoid und Tsavorit, einer besonders feinen Form des Grossular-Granats. Eine absolute Rarität stellt der farbwechselnde Granat dar, der je nach Lichtquelle seine Farbe von grünlich-blau zu purpurrot ändert, ein absolut seltenes Naturphänomen.
Granate werden weltweit gefördert, unter anderem in Madagaskar, Sri Lanka, Tansania, Indien, Namibia, Brasilien und Russland. Je nach Herkunftsland variiert nicht nur die Farbe, sondern auch die Reinheit und Größe der Kristalle.