Der Name Turmalin leitet sich vom singhalesischen Ausdruck „tura mali" ab, was übersetzt so viel bedeutet wie „Stein mit gemischten Farben". Dieser Begriff ist durchaus treffend gewählt, denn Turmaline gehören zu den farblich vielfältigsten Edelsteinen überhaupt. Nahezu jede Farbe des Spektrums ist in der Turmalin-Gruppe vertreten, von zartem Rosa über sattes Grün bis hin zu leuchtenden Blau oder tiefem Schwarz.
Einer alten ägyptischen Legende zufolge wanderte ein Turmalin auf seinem Weg aus dem Erdinneren zur Sonne über einen Regenbogen, dabei nahm er all seine Farben in sich auf. Bis heute wird der Turmalin daher auch als „Edelstein des Regenbogens" bezeichnet.
Mineralogisch gehören Turmaline zur Gruppe der Bor-Silikate mit einer komplexen chemischen Zusammensetzung, die für die außergewöhnliche Farbvielfalt verantwortlich ist. Die jeweiligen Farbtöne entstehen durch Spurenelemente wie etwa Eisen, Chrom, Mangan, Kupfer oder Vanadium. Aufgrund dieser Vielfalt werden Turmaline je nach Farbe oder chemischer Zusammensetzung in unterschiedliche Varietäten unterteilt:
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- Rubellit – rosa bis rot, manchmal mit purpurnen Tönen
- Verdelith – grüne Varietäten, von Apfel- bis Smaragdgrün
- Indigolith – intensives Blau bis Blaugrün
- Paraiba-Turmalin – neonfarbene Blau- oder Grüntöne mit hohem Kupferanteil
- Dravit und Schörl – braune bis schwarze Turmaline
Eine besondere Erscheinung innerhalb dieser Gruppe sind mehrfarbige Turmaline, die zwei oder mehr Farben in einem einzigen Kristall zeigen. Der bekannteste Vertreter ist der sogenannte Melonen-Turmalin, der grün, rosa und dazwischen farblos erscheint.
Turmaline werden auf fast allen Kontinenten gefunden. Bedeutende Fundorte befinden sich in Brasilien, Afghanistan, Pakistan, Madagaskar, Nigeria, Mosambik, Tansania, Sri Lanka sowie in den USA. Dabei weisen nur wenige Vorkommen Rohsteine in Edelsteinqualität auf. Insbesondere Paraiba-Turmaline mit ihrem intensiven neonfarbenen Leuchten gehören heute zu den seltensten und teuersten Farbedelsteinen weltweit.
Mit einer Mohshärte von 7 bis 7,5 ist Turmalin gut für die Schmuckverarbeitung geeignet. Besonders facettierte Steine zeigen aufgrund ihres hohen Brechungsindexes ein ausgeprägtes Feuer.