Der Name Sphalerit leitet sich vom griechischen „sphaleros" ab, was so viel bedeutet wie „trügerisch" oder „verwechselbar", ein Hinweis auf die lange Zeit unklare mineralogische Zuordnung dieses Minerals.
Sphalerit kommt in einer erstaunlichen Farbvielfalt vor: von gelb, orange, braun, rot und grün bis hin zu fast schwarzem Material. Oft gehen die Farbtöne ineinander über und zeigen lebendige Farbverläufe. Diese Farbigkeit resultiert aus Spurenelementen wie Eisen, Cadmium und Mangan in der Kristallstruktur.
Was den Sphalerit besonders macht, ist seine extrem hohe Dispersion, sprich die Aufspaltung von weißem Licht in Spektralfarben. Dieser Sachverhalt auch „Feuer" genannt, entsteht, weil kurzwelliges Licht (Violett/Blau) stärker gebrochen wird als langwelliges (rot). Je größer dieser Unterschied im Brechungsindex, desto stärker funkelt der Edelstein. Dieser Wert wird als „Abbe-Zahl" oder Dispersion beschrieben. Der Diamant, bekannt für sein Funkeln besitzt eine Dispersion von 0,044. Der Sphalerit übertrifft diesen Wert mit 0,156 um ein Vielfaches. In facettiertem Schliff zeigt sich dies in einem regenbogenartigen Funkeln, das ihn zu einem der brillantesten Edelsteine überhaupt macht.
Allerdings ist Sphalerit mit einer Mohshärte von 3,5 bis 4 relativ weich und daher für den täglichen Schmuckgebrauch nur bedingt geeignet. Wir empfehlen keine Ringe fassen zu lassen. Sein Wert liegt vielmehr in der Sammlung, als Schau- oder Ausstellungsstein.
Hochwertige, facettierbare Sphalerite in Edelsteinqualität stammen vor allem aus Spanien (Minen bei Santander/Kantabrien), aber auch aus Mexiko, China, Brasilien sowie seltener aus Peru und Bulgarien. Da einige dieser Lagerstätten – insbesondere in Spanien – inzwischen stillgelegt oder unter Naturschutz gestellt wurden, ist das Angebot an unbehandeltem Rohmaterial rückläufig.
Ein Edelstein für Kenner, der mit seiner Dispersion, Farbenvielfalt und Rarität neue Maßstäbe in der Welt seltener Sammleredelsteine setzt.