Spinell
Die Herkunft des Namens Spinell ist bis heute nicht genau geklärt. Vermutlich leitet er sich vom lateinischen „spinelle" ab, was „kleiner Dorn" oder „Funke" bedeutet. Als eigenständiges Mineral wurde Spinell erst vor rund 150 Jahren anerkannt. Zuvor wurde er aufgrund seiner ähnlichen Erscheinung häufig mit dem Rubin verwechselt. Zudem wurden Spinelle häufig in unmittelbarer Nähe von Korunden (Rubin und Saphir) aufgefunden, was die historische Verwechslungsgefahr begünstigte.
Ein Umstand der sogar in bedeutenden historischen Juwelen, wie der britischen Imperial State Crown seinen, Ausdruck findet. So zählen der „Black Prince’s Ruby" der britischen Kronjuwelen und der 352-karätige „Timur Ruby" zu den berühmtesten Spinellen der Welt.
Spinelle treten in einer beeindruckenden Farbvielfalt auf. Besonders geschätzt sind kräftige Rottöne sowie Violett, Pink, Blau und gelegentlich Grau oder Schwarz.
Der sogenannte Koboldspinel ist eine besonders seltene Varietät des Spinells, deren charakteristisches, intensives Blau durch einen hohen Anteil an Kobalt (Co²⁺) in der Kristallstruktur verursacht wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen blauen Spinellen, bei denen Eisen (Fe²⁺) die Farbgebung dominiert und meist graublauere Töne erzeugt, verleiht das Cobalt dem Koboldspinel ein leuchtendes, fast elektrisches Blau.
Neben seiner Farbbrillanz zeichnet sich der Spinell durch eine Mohshärte von 8 aus, was ihn nicht nur zu einem optisch sehr schönen Edelstein, sondern auch zu einem guten Schmuckstein macht.
Reine, unbehandelte Spinelle in Größen über 5 Karat sind ausgesprochen selten und sind zu absoluten Raritäten geworden.
Die bedeutendsten Vorkommen liegen in Myanmar (Burma), Sri Lanka, Tansania und Madagaskar.