Tansanit
Der Tansanit zählt zu den bemerkenswertesten Edelsteinentdeckungen des 20. Jahrhunderts. Erst in den späten 1960er-Jahren wurde dieser außergewöhnliche Edelstein in den Merelani Hills nahe Arusha im Norden Tansanias entdeckt. Der bis heute weltweit einzigen bekannten Fundstelle für Tansanit in Edelsteinqualität. Seinen Namen verdankt er demnach seinem Herkunftsland. Die exklusive Vermarktung durch Tiffany & Co. machte den Tansanit rasch zu einem international begehrten Edelstein.
Geologisch betrachtet ist das Vorkommen einzigartig. Die Abbauzone umfasst lediglich rund 20 Quadratkilometer. Diese geographische Exklusivität macht den Tansanit zu einem der seltensten Farbedelsteine der Welt.
Rohkristalle zeigen meist bräunlich-gelbe bis grünliche Farbtöne, die durch das kontrollierte Erhitzen ihre typisch intensive blaue bis blauviolette Farbe erhalten. Diese Farbe verändert sich je nach Lichtquelle und Betrachtungswinkel. Bei Tageslicht dominiert ein lebendiges Königsblau, unter Kunstlicht wie etwa LED oder Kerzenschein, treten violette oder purpurne Nuancen hervor. Diese Trichroismus genannte Eigenschaft macht den Tansanit visuell besonders dynamisch und lebendig. Zudem hat der Tansanit meist ein geringes Vorkommen von Einschlüssen, wodurch sie bei einen gut facettierten Schliff ein brillantes Feuer bekommen.
Eine besondere Rarität innerhalb dieser Edelsteingruppe sind die sogenannten Fancy Tansanite. Sprich Varietäten in ungewöhnlichen Farbtönen wie Rosa, Gelb, Grün oder Orange. Diese naturbelassenen, unbehandelten Kristalle sind extrem selten und erzielen auf internationalen Auktionen Höchstpreise. Sie gelten als hochgeschätzte Sammlerstücke mit einzigartigem Charakter.
Die Mohshärte des Tansanits liegt bei etwa 6 bis 6,5, was eine gewisse Vorsicht bei der Verarbeitung und im täglichen Gebrauch erfordert. Mit entsprechender Fassung eignet sich der Stein jedoch ausgezeichnet für exklusive Schmuckstücke.
Die wirtschaftliche Relevanz des Tansanits ergibt sich aus dem Zusammenspiel von globaler Nachfrage und limitiertem Angebot. Der Abbau gestaltet sich zunehmend aufwendiger, da die Lagerstätten in einem Winkel von etwa 45 Grad in die Tiefe verlaufen und immer schwerer zugänglich sind. Die Produktionskosten steigen entsprechend, was die ohnehin knappe Verfügbarkeit zusätzlich begrenzt. In Kombination mit der wachsenden internationalen Beliebtheit führt dies voraussichtlich zu einem kontinuierlichen Anstieg des Marktwerts.